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Chemikalien aus der Bioraffinerie |
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Bis vor rund 60 Jahren war Kohle das Ausgangsmaterial für viele Grundstoffe der chemischen Industrie. Dann wurde sie von Erdöl und Erdgas verdrängt. Nun zeichnet sich wieder ein Wechsel ab. Die Industrie setzt verstärkt auf nachwachsende Rohstoffe.
Ohne Kohlenstoff wäre die riesige Fülle an alltäglichen Produkten wie Farben und Lacken, Kunststoffen, Synthesefasern oder Arzneimitteln undenkbar. Als Kohlenstoffquelle verwendet die chemische Industrie heute vorwiegend Erdöl. In dem Masse, wie sich Erdöl verteuert, sieht sie sich jedoch nach einem alternativen Lieferanten für Kohlenstoff um. Diese Aufgabe könnte künftig von nachwachsenden Rohstoffen erfüllt werden. Obwohl zum Beispiel die deutsche chemische Industrie bereits 2 Millionen Tonnen Biomasse pro Jahr verwendet, deckt dies doch erst 10 Prozent ihres Rohstoffbedarfs. Noch überwiegen Erdöl und Erdgas mit etwa 88 Prozent. Doch der Anteil an nachwachsenden Rohstoffen könnte sich in den kommenden Jahrzehnten vervielfachen. So verfolgt etwa Amerika das Ziel, bis zum Jahr 2030 ein Viertel der organischen Grundstoffe, die derzeit aus fossilen Rohstoffen gewonnen werden, aus Biomasse zu erzeugen.
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