Loading... Please wait...
Die Altautoverordnung

Auch wenn im Automobilbau Biokunststoffe derzeit noch eine untergeordnete Rolle spielen und im Augenblick vor allem Naturfasern und naturfaserverstärkte Kunststoffe verbaut werden, zeichnet sich hier bereits ein Problem bezüglich der zu erfüllenden Recyclingquoten ab. Die Altfahrzeugverordnung vom 1. Juli 2002 schreibt vor, dass ab dem Jahre 2006 mindestens 85 % des durchschnittlichen Gewichts eines Altfahrzeugs zu verwerten und mindestens 80 % stofflich (werk- oder rohstofflich) zu verwerten oder wieder zu verwenden sind. Bis zum Jahre 2015 sind diese Verwertungsziele auf 95 % (Verwertung) bzw. 85 % (stoffliche Verwertung und Wiederverwendung) zu steigern. Problematisch ist hier die Vorgabe zur stofflichen Verwertung, da die Verordnung nicht ausreichend nach Materialien differenziert sondern nur zwischen Metall und Nichtmetall unterscheidet. Bereits im Jahre 2002 wurden erhebliche Mengen von nachwachsenden Rohstoffen im Automobilbau verwendet:

  • Flachs 12.700 t, Hanf 2.100 t, Jute 240 t, Sisal 100 t, Kenaf 1.400 t
  • nachwachsende Rohstoffe als naturfaserverstärkte Kunststoffe in Türverkleidungen: 30 % Flachs, 30% Sisal, Rest Polyurethan; in Heckenklappenverkleidungen: aus 50% Flachs, restliche 50% Polypropylen; in Kotflügelschließteilen, Spitzguss mit 30% Hanf Rest Polypropylen/EPDM (Ethylen-Propylen-Dien-Copolymer)
  • weitere Anwendungen: Radverkleidungen, Sitzpolster, Hutablage, Kofferraumverkleidung, Geräuschkapselung usw.

Die Vorgabe von stofflichen Verwertungsquoten für solche Materialien ist aber weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll, da eine energetische Verwertung ökologisch nicht schlechter ist als eine stoffliche. Eine Vorgabe zur stofflichen Verwertung ohne eine deutlichere Differenzierung nach Materialien wird letztlich nur dazu führen, dass zukünftig weniger nachwachsende Rohstoffe im Automobilbau verarbeitet werden. Und dieses, obwohl das mögliche Einsatzpotential von nachwachsenden Rohstoffen, vor allem von langlebigen, nicht abbaubaren Kunststoffen im Automobilbau bei weitem noch nicht ausgeschöpft ist.

 
  • German
  • English
© 2007 CTC Clean Tech Consulting GmbH, Lindenallee 39, 20259 Hamburg, Germany
bioplastics24.com, the information and market portal for the international bioplastics industry
Joomla Templates by JoomlaShack Joomla Templates by Compass Design